Unsere Hennen & Hähne im Mobilstall

Die Hühner

Die Hennen

Unsere Hennen leben in einem mobilen Hühnerstall, dem Hühnermobil. Mittlerweile haben wir vier davon und in jedem leben etwa 235 Hennen und 10 Hähne. Die Hennen sind natürlich ungeschnäbelt - anders ist es auch zum Glück nicht mehr erlaubt. Wir halten braune, weiße und manchmal auch ein paar schwarze Hennen. So ist es auf der Wiese bunter und durch braune und weiße Eier auch in der Eierschachtel.  

 

 

...und ihre Hähne

Hähne sind wichtig für das Sozialverhalten in der Hühnerschar! Rudi, Bobbel, Thomas & Co. sorgen bei uns für ein ausgeglichenes Miteinander und verhindern übermäßiges Gezicke unter den Hennen. Und sie sind die geborenen Kavaliere! Wenn sie einen Leckerbissen im Gras finden, zeigen sie es unter aufgeregtem gegoggel ihren Damen und lassen ihnen den Vortritt! Vor allem aber passen sie auf: Nähert sich ein Greifvogel am Himmel oder naht eine andere mögliche Gefahr, stoßen sie Warnlaute aus und Windeseile gehen ihre Damen in Deckung. Mit Hähnen läuft also alles in geregelten Bahnen.



Der Stall

...besser ist nur der Wald!

 

Das Hühnermobil von der Firma Weiland ist für uns die ideale Möglichkeit, Legehennen in einer etwas größeren Menge zu halten. Mit einer größeren Menge meinen wir 250 Hühner - nicht 2500... Naturgemäß kennen sich die Hühner in Gruppengrößen von bis zu 60 Hennen gut, bis 250 ist 'man bekannt' und hat sich schon mal gesehen -  darüber hinaus jedoch verlieren die Hennen die Übersicht.

Der Stall wird im Wochenrhythmus mit dem Trecker weitergezogen, denn schon nach dieser kurzen Zeit haben die Hühner die Grasnarbe des Auslaufs direkt vor dem Stall durch scharren stark 'ramponiert'. Bei einem Feststall würde nach einigen Wochen der Auslauf rund um den Stall nur noch aus schwarzer Erde bestehen und damit recht karg sein.

Zudem sind Hühner natürlicherweise Waldrandbewohner. Das heißt, sie leben im Wald, wo sie auf Büschen und Bäumen schlafen, im Laub scharren und sich mal mehr oder weniger weit auf eine Lichtung hinauswagen, um frisches Grün zu erhaschen. Kommt dann ein Angriff aus der Luft (Habicht), flüchten die Hühner in den nahen Wald. Den Wald ersetzt bei uns der Stall.

Essen Trinken Schlafen

Im oben Bereich des Mobilstalls befinden sich Sitzstangen zum 'Aufbaumen'. Hühner sitzen zum Schlafen gerne erhöht, sie fühlen sich dort sicher. Futter in Form von Getreideschrot zur freien Aufnahme befindet sich in Futterspendern entlang der Wand. Ebenso ist hier der Wassertank (im Bild das KG-Rohr) mit Tränken für reichlich frisches Wasser eingebaut. Bricht die Dunkelheit herein, wandern alle Hennen über eine der Treppen aus dem Scharraum nach oben und suchen sich einen Sitzplatz auf der Stange.

Die Nester

Ebenfalls im oberen Bereich befindet sich der Zugang zu den Gruppenlegenestern. Diese sind mit Vorhängen verdunkelt und mit Dinkelspelze eingestreut - damit haben die Hennen ein idealen Platz zum Eierlegen. Die Nester können von außen geöffnet werden, um die Eier zu entnehmen. Wobei 'entnehmen' leicht gesagt ist, denn man muss nach den Eiern wühlen, da die Hennen sie nach der Ablage gut verstecken...

 

 

 

Der Scharrraum

In der unteren Etage ist der Scharrraum mit geschlossener Bodenplatte. Das garantiert, dass die Hennen immer trockene Einstreu zum ausgiebigen Scharren und Sandbaden haben - auch wenn draußen auf der Wiese Schietwetter ist.

Von hier aus können sie auch nach draußen in den Auslauf - und auch schnell wieder rein flitzen, wenn Gefahr droht. Fast wie ein Wald...

 

 

 

 



Der Auslauf

Morgens - spätestens um 10 Uhr - ist es soweit: Nach dem Eierlegen und Frühstücken dürfen die Hennen ins Freie! Dann gehen am Stall automatisch die Auslaufklappen auf und los geht es mit dem Gewusel in der Hühnerweide. Bis zur Dämmerung können sie draußen bleiben.

Wir haben für die Hennen ein Gebüsch aus Weiden, Haselsträuchern und Holunder angepflanzt. So ein Hühnerwald ist besonders artgerecht - doch er muss nun erst mal gut an- und aufwachsen. Daher ist er leider von den Hennen zur Zeit noch nicht nutzbar. Für die Übergangszeit haben wir mehrere Unterstände gebaut, damit sie bei Gefahr schnell Unterschlupf finden.

Im Auslauf nutzen die Hühner jeden ehemaligen Maulwurfshügel, um dort in der Erde ein Loch zu buddeln - und sich dann darin voller Wonne im Sand zu baden. Folgend ein paar nette Badeszenen (im ersten Moment könnte man denken, das Huhn ist hin...).


Hier ein Video-Clip unserer Hennen beim Scharren unter Büschen und alten Apfelbäumen - ein besonders schöner Platz! Zweieinhalb Minuten lang wird hier nichts Aufregendes passieren. Muss es auch gar nicht, man könnte den Hühnern bei einem ihrer ureigensten Bedürfnisse, dem Scharren, stundenlang zusehen. Irgendwie beruhigend.


Die Eier

Ums gleich vorweg zu nehmen: Unsere Scharmbecker Frei-Landeier haben ihren Preis. Wir haben uns nach langen Planungen für diesen Stall entschieden, weil wir glauben, dass er den Bedürfnissen der Hühner am ehesten entspricht. Wir haben uns somit für einen Stall entschieden, der pro Huhn fast dreimal so teuer ist, wie der Platz für ein Huhn in einem großen Legehennen-Feststall. Und die Arbeitszeit pro Ei ist im Vergleich ebenfalls mindestens doppelt so hoch, denn die Eier kommen nicht über ein Förderband automatisch an eine Sammelstelle, sondern müssen einzeln per Hand aus dem Nest entnommen werden. Doch wir sind sicher, dass es viele von Euch genau richtig finden, dass Hühner so gehalten werden! Jetzt könnt Ihr durch Euer Kaufverhalten entscheiden, welche Art der Tierhaltung Ihr unterstützen wollt.

 

Unsere Hühner können jederzeit besucht werden - und wenn Ihr Fragen habt: Fragt uns!


Hühnerleben


Thema Legehybriden

Wir haben uns für robuste Freilandhennen der Rassen Isa Warren, Dekalb und Tetra entschieden. Die Hähne sind die Brüder der Hennen. Dass es sich um Hybridhennen handelt, wie in den allermeisten Fällen in der Eierproduktion (auch bei 'Bio'!) darf man kritisch betrachten. Auch wir haben das getan, wollten genau auf diese hochgezüchteten Rassen verzichten und Zweinutzungshühner einsetzen - unter anderem auch wegen des nutzlosen Tötens der Bruderhähne. Doch bei umfangreichen Recherchen und vielen Telefonaten mit auf diesem Gebiet erfahrenen Hühnerhaltern quer durch Deutschland, haben wir uns dann letztendlich zu einem Kompromiss entschlossen. Tenor war nämlich - auch von Demeter- und Biolandleuten: Man muss bei allem Idealismus auch wirtschaftlich bleiben! Und da das Ei eines Zweinutzungshuhnes (oder bei der Mitaufzucht der Bruderhähne) zwischen 50 und 60 Cent kosten müsste, darf man sich schon die Frage stellen: Zahlt der Verbraucher das?

Da wir 'Anfänger' in der Legehennenhaltung sind, sprach nun doch sehr viel für die ruhigen Legehybriden. Unser Bestreben: Es den Hennen und Hähnen so schön wie möglich zu machen - für ein artgerechtes Leben. Und ohne anderen Legehennenhaltern auf die Füße treten zu wollen: In einem Stall mit 239 anderen Hühnern lebt es sich bestimmt besser, als in einem Stall mit 14.000 Artgenossen - ob nun Bio oder nicht!

Und wenn wir genügend Erfahrungen gesammelt haben, ist vielleicht auch irgendwann der Mut und vor allem ausreichend Wissen da, um unseren Plan mit den Zweinutzungshühnern doch noch zu verwirklichen!